Der Rasierpinsel


Nach der Umstellung in meinem Berufsleben war Stress angesagt und ich bekam eine Kur verordnet. Ich musste mich bei der Knappschaft in Bochum einfinden, um mit anderen Bergleuten per Bus zur Kur nach Bad Soden zu fahren.

Bei der Ankunft wurden wir freundlich vom Chef der Klinik begrüsst, ich war erstaunt, denn den Arzt kannte ich, er war mal Leiter der Untersuchungsstelle in Castrop und war dort als "Rentenquetscher" verrufen.

Nach der Eingangsuntersuchung wurden wir in Gruppen eingeteilt, ich kam in die Gruppe Bluthochdruck. Morgens waren Anwendungen im Kurhaus, Nachmittags waren Vorträge vom Chefarzt über die Schädlichkeit von Rauchen, Alkohol und Übergewicht.

Als einmal bei den Vorträgen das Thema Medikation bei Bluthochdruck angesagt war, fragte ein Steiger von Erin (der hatte einen Kurschatten) ob uns etwas ins Essen gegeben würde, denn seine Manneskraft liesse nach.

Der Arzt verneinte, denn das wäre ja Körperverletzung. Er hielt uns aber jetzt einen Vortrag über Sexualität bei Bluthochdruck, und daß es nicht nur eine Möglichkeit gebe, mit der man eine Frau glücklich machen könnte und gab dazu auch einige konkrete Vorschläge. Besonders in Erinnerung davon blieb mir der "Rasierpinsel", über den der Arzt sagte, die feinen Dachshaare hätten schon so manche Frau glücklich gemacht.

Als ich wieder zu Hause war, fiel mir der Rasierpinsel sofort wieder ein und ich wollte es damit mal versuchen. Allerdings hatte ich wenig Erfolg. Meine Frau hielt mich für verrückt und jagte mich samt dem Rasierpinsel wieder weg. Seit dem wurde der Rasierpinsel nur noch bei der Rasur benutzt.

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