Hans, der Seidenmaler


Früher hatte ich mit Malerei (ausser beim Tapezieren und Anstreichen) nicht viel zu tun gehabt. Erst bei Freunden in Kiel hatte ich zum ersten mal Kontakt mit der Seidenmalerei und sie bewusst wahrgenommen.

Als ich dann 1986 in einer Heilkur war, wurde als Therapie auch Seidenmalerei angeboten. Ich wollte ich es einfach mal selber ausprobieren und habe mich zum Kurs angemeldet.

Doch Seidenmalerei war unter den männlichen Kurgästen nicht besonders beliebt. So begann ich den Kurs als einziger Mann zwischen 8 Frauen und war anfangs skeptisch, ob ich das überhaupt durchhalte. Aber die Malerei machte mir Spass und ich konnte dabei meine Ohren "auf Durchzug" stellen. Und ich lernte etwas über Farben und Seide.

Nach der Kur belegte ich in der V.H.S. in Castrop einen Kurs "Seidemalerei für Anfänger". Als ich zum Malen antrat, waren die Frauen erstaunt, zum ersten Mal einen Mann im Kurs zu haben, doch ich war davon nicht mehr irritiert. Das Malen machte mir immer mehr Spaß.

Zwei Fortgeschrittenen Kurse folgten. Ich bekam immer mehr Übung und Erfahrung; ich malte hauptsächlich Tücher und Krawatten. Ein Herrenausstatter in Castop bekam einige Krawatten für seine Schaufenstergestaltung. Als ich die Preise sah, 119,90 DM für eine Krawatte, war ich erstaunt, ob das wohl jemand kaufte? Ja, ruck-zuck waren sie verkauft. Ich bekam meine Selbstkosten ersetzt (ich machte es ja nicht um Geld zu verdienen) und der Ausstatter wollte noch mehr Krawatten.

Danach versuchte ich Bilder auf Seide zu malen. Das klappte auch ganz gut, und die Bilder fanden zufriedene Abnehmer.

Durch Mundpropaganda gab es immer mehr Interessenten für meine Bilder und so hängen Bilder von mir jetzt in Castrop-Rauxel, im Umfeld von Kiel, in Ostdeutschland und sogar in Südafrika, obwohl es ja eigentlich nur ein Hobby ist, aber ein sehr schönes. (Fortsetzung folgt)


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Kommentare

Hallo herr krackowiak

habe gerade ihre Anekdoten aus castrop gelesen. ich bin bj. 52 und in castrop-rauxel geboren.gerade die artikel von "obercastrop" haben mir besonders gut gefallen, da meine großeltern in der christinenstr. 96 ( Löbbert ) gewohnt haben. ich wohne schon über 40 Jahren im schönen Bayern in Augsburg. ich hoffe,das sie noch viele schöne kleine geschichten erzählen können. gruß ein castroper