Der zugefrorene Gondelteich im Stadtgarten


Es ist schön zu sehen wie der Gondelteich bei der Winterkälte langsam zufriert; in unseren meist milden Wintern passiert das ja nicht oft.

Täglich wird die gefrorene Fläche grösser und die Kinder fragen immer öfter, ob sie aufs Eis dürfen. Doch man muss ihnen erklären, daß das Betreten verboten ist. Die Stadt hat zwar zusätzliche Verbotsschilder am Gondelteich angebracht, aber ohne Günde zu nennen.

Wenn in den Medien über andere Städte berichtet wird, in denen an zugefrorenen Seen Feste mit Glühwein und Bratwurst auf den Eisflächen stattfinden, können selbst die Erwachsenen nicht verstehen, warum das betreten der Eisfläche in Castrop verboten ist.

Es gibt aber vernünftige Gründe für das Verbot, wie es Mitglieder vom DoCAS-Blinker Verein (der sich um die Heege und Pflege des Gondelteichs kümmert) immer wieder erklären: Unser Gondelteich in Castrop ist kein "stiller See" sondern ein "fliessendes Gewässer" mit einer Unterströmung, wodurch das Wasser an mehreren Stellen immer in Bewegung ist und daher nie richtig bzw. nur sehr langsam zufriert. Auch wenn sich dann eine oberflächliche Eisschicht gebildet hat, dauer es sehr lange, bis sie so dick geworden ist, daß sie das Gewicht eines Menschen tragen kann.

Durch die Unterströmung im Gondelteich ist es auch sehr gefährlich, wenn man trotzdem aufs Eis gegangen ist und dann einbrechen sollte, denn durch die Strömung kann man dann unter die Eisfläche gezogen werden, kommt dann nicht mehr heraus - und erstickt unter dem Eis.

Ich konnte beobachten, wie zwei Kormorane im offenem Wasser am Eis tauchten um Nahrung für ihre Jungen zu holen. Nach einer Zeit kam nur ein Vogel wieder hoch, der Andere fand unter dem Eis den Weg nicht zurück. Er wurde unter dem Eis tot gesichtet. Ein seltener Fall: Wasservogel ertrunken.

Ich kann mich noch gut an einige Winter meiner Jugendzeit erinnern, in denen ich auf dem Eis des Gondelteiches war und kann daher die Kinder und Jugendlichen verstehen, die aufs Eis wollen. Doch als "vernünftiger" Erwachsener sollte man es ihnen immer wieder geduldig erklären, daß und warum es verboten ist.


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Kann mich erinnern, dass wir nach der Schule auf dem Gondelteich Eishockey gespielt haben. Der Unterricht wechselte wöchentlich von vormittags auf nachmittags, da das Schulgebäude des Jungengymnasiums noch nicht wieder benutzbar war nach Bombenschäden. So haben wir auch noch bei Dunkelheit gespielt. Stöcke waren Äste, als Puck dienten Milchdosen. Es waren die Jahre 1952 bis 1954