Die Schwarzfahrer


Ich war schon immer Fussballfan. Sowohl als Spieler als auch als Zuschauer. Bis in die sechziger Jahre war ich Anhänger des S.V.Sodingen, mit dem Moped fuhr ich zu fast allen Spielen.

Die Sodinger waren in der Zeit so gut ,dass Sie um die deutsche
Meisterschaft mit spielten. Im Mai 1955 fand ein Ausscheidungsspiel in Schalke statt. Der Gegner war der F.C. Kaiserslautern, bei dem die Walter Brüder spielten. Das Spiel wollte ich unbedingt sehen.

Meine Frau hatte bis dahin mit Fussball nichts am Hut aber wollte zu diesem Spiel gerne mit. Zu zweit auf dem Mopped ging aber nicht, also besorgte ich Karten für Bundesbahn und Spiel.

Wir fuhren nach Schalke. Meine Frau hatte unsere Karten und ich sagte zu ihr: "Gib mir die Karten sonst verlierst Du sie noch!"

Das Spiel begann. Die Zuschauer mussten während des Spiels vom
Rasen zurück gedrängt werden so voll war das Stadion.

Ende des Spiels ging es zum Bahnhof. Doch wer hatte die Bahnkarten verloren? Ich! Was jetzt machen? Das letzte Geld hatten wir ausgegeben für Rollieis und Afri-Cola. Uns blieb nichts Anderes als einsteigen und hoffen, dass keine Kontrolle kommt.

Aber kurz nach Herne kam die Kontrolle, wir mussten unsere Personalien angeben und in Börnig aussteigen. Jetzt hatten wir einen langen Weg zu Fuss bis nach Castrop. Unterwegs habe ich mir ausführlich angehört wie sie den Ausflug zum Fussball empfand: Ich hätte quasi mitgespielt und sie dabei einige male getreten. Ihr Fazit zum Schluss: Nie wieder Fussball.


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Kommentare

Ich fahre auch oft Schwarz obwohl man des eigendlich nicht machen sollte

Lass doch nicht gleich vom Fussball abbringen

Der SV Sodingen hat im Hin und Rückspiel jeweils 2:2 gegen Kaierslautern gespielt. In Hamburg wurde der S V S um ein Tor betrogen und verlor 1:0. Der Läufer Gärner sollte den Treffer zum 1:1 mit der Hand eingedrückt haben, hatte aber durch Kriegseinwirkung diesen Arm verloren. Bei einem 1:1 wäre der S V S gegen R W Essen im Endspiel um die Deutsche gewesen.