Die Schwarzbrenner von Schwerin


1948 waren meine Freunde, Albert, Herbert und ich Bergleute. Vor der Währung (es gab noch keine D-Mark) bekamen wir auch Zechenschnaps als Deputat der uns aber nicht schmeckte, weswegen wir ihn gegen Zigaretten und Lebensmittel eintauschten.

Ganz auf Alkohol verzichten wollten wir aber auch nicht. Unser Kumpel Albert hatte in der Schule Chemie gehabt und wusste wie man aus Zucker Alkohol macht. Wir wollten daher selber Schnaps brennen.

Er besorgte die Zutaten und die technischen Geräte. Als ich Kochkessel, Kartoffelreibe und Waschschüssel sah, konnte ich zuerst nicht glauben, dass das alles zum Brennen gehörte.

Er hatte bereits die Maische angesetzt, baute dann die Geräte zusammen und danach gings los. Beim ersten Versuch kam eine laue Flüssigkeit heraus, die leicht nach Schnaps schmeckte. Albert meinte, es klappt, man muss nur das Brennen wiederholen. Nach einigen Versuchen hatte er das richtige Ergebnis, süffiger Schnaps den man trinken konnte.

Auf Schwerin war damals der Drogist Neschen. Der hat uns für drei Flaschen Selbstgebrannten, die wir ihm ablieferten, zwei Flaschen Likör (Pfefferminz und Kakao mit Nuss) angefertigt.

Das klappte prima. Wir hatten jetzt bei jeder Feier in neutralen Fläschchen immer etwas Hochprozentiges dabei. Das brachte uns den Ruf als Schwarzbrenner ein, was uns gefiel.

Eine lange Zeit ging das gut. Doch eines Tages explodierte uns der Kessel mitten in der Küche. Zum Glück wurde niemand verletzt aber die gesamte Küche musste vollständig renoviert werden.

Da merkten wir erst, wie gefährlich das sein kann und haben es dann gelassen.

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Kommentare

Und keiner blind geworden? Glück gehabt ;)

Keiner Blind geworden. Wir hatten mehrfach Glück.

Bitte aber nicht nachahmen!