Unser Hausarzt


1947 gab es noch keine freie Arztwahl. Die Ruhrknappschaft hatte das Ruhrgebiet in Sprengel eingeteilt in denen jeweils ein Revierarzt die darin wohnenden Bergleute mit ihren Familien versorgte.

Im Herbst 1947 war meine jüngere Schwester erkrankt und wir mussten Sonntags einen Arzt haben. Da es damals noch keine Notfallpraxis wie heute gab, musste unser Revierarzt den Hausbesuch machen. Der hatte sich gerade erst als Flüchtling in Castrop niedergelassen und eine neue Praxis aufgemacht.

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Die Halbstarken


Nach dem Steinekippen kam ich Ende 1946 im Rahmen meiner Ausbildung als Bergfremder auf Victor 3/4 in die Förderrung zum Blindschacht in Revier vier.

Mit meinen Kumpels dort, Egon, Ewald, Günter und Janusch, schloss ich schnell Freundschaft. Da hatten sich die richtigen fünf Halbstarken gefunden.

Wenn es am Sonntag zum Tanz ging, trafen wir fünf uns immer zum fröhlichen Beisammensein bei Rombeck in Rauxel.

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Kartoffelferien 1940


1940 waren die meisten Männer in den Krieg eingezogen und fehlten für die Arbeit zu Hause. Daher durften wir Schulkinder in den Herbstferien den Bauern bei der Kartoffelernte helfen.
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Die Polizei Dein Freund und Helfer


In den Medien ist im Augenblick zu sehen und zu hören, wie unsere Polizei mit Respektlosigkeit angegangen wird. Der Satz "Die Polizei Dein Freund und Helfer" hat für einige keine Gültigkeit mehr. Mein Freund und Helfer war sie mehr als einmal. ... Ganze Geschichte lesen ...

Die Flaschenkinder


Im Mai 1933 fuhr mein Vater mit dem Fahrrad ins Münsterland um bei den Bauern zu arbeiten. An einem Samstag brachte ein kleines lebendes Schweinchen in seinem Rucksack mit. Es wurde erstmal in unsere Zinkwanne gesteckt, denn wir hatten keine andere Möglichkeit, ...
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Erdnusseffekt


Meine damalige Verlobte hatte 1950 ihre Prüfung als Einzelhandelskauffrau bestanden und war in ihrem Ausbildungsgeschäft, einem Herrenausstatter, in Castrop beschäftigt. Nach Geschäftsschluss holte ich sie immer abends ab und begleitete sie nach Hause.

Einmal abends stand ich vor dem Geschäft und wartete. Ich knabberte Erdnüsse und liess gedankenlos die Schalen auf den Boden fallen.
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Der Kalfakter


1958 hatte ich Nachmittags schichtfreie Zeit, bei schönem Wetter ging ich mit meiner Tochter zum Spielplatz in den Stadtgarten. Ein anderer Vater mit seinem kleinen Sohn war auch zum Kinderhüten erschienen. Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns über Gott und die Welt. Zu der Zeit fielen auch gerade die Starfighter ständig vom Himmel, so hatten wir immer Gesprächsstoff.
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Pfingstpicknick auf der Rennbahn


Pfingstsonntag 1949, es war ein schöner Sonnentag, holte ich die Blonde wie verabredet von zu Hause ab. Sie schlug vor, auf dem Rennbahngelände in Castrop ein Picknick zu machen. Alles was man dazu benötigte, hatte Sie schon dabei. Mehr ...

Der Blaue


Als Kind ging ich mit 11 Jahren zum Jungvolk. Jeden Samstagnachmittag hatten wir Dienst. Unser Fähnleinführer, den wir Kinder den "Blauen" nannten, war ein ganz strenger Nazi. Jahre später traf ich ihn auf Erin unter Tage wieder und geriet mit ihm aneinander. Mehr ...

Woodstock in Obercastrop


Anfang der fünfziger Jahre hatte ich meine neue Wohnung in Obercastrop bezogen. Es war Sommer und nach getaner Arbeit, wolten wir uns Abends eine Entspannung gönnen.

Wir gingen zum Saalbau Bresser, der sich auch in Obercastrop befand. Dort spielte eine Rockband von Bill Haley aus Amerika. Der Name sagte uns damals nichts, aber die Musik war Klasse. Mehr ...

Castroper Frühjahrskirmes


Heute beginnt wieder die Frühjahrskirmes in Castrop. Schon seit meiner eigenen Kindheit kommt sie alle Jahre wieder, auch wenn es früher nicht Kirmes sondern Jahrmarkt hiess.
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Hans, der Zechpreller


1955, meine Tochter war gerade geboren, bekam ich einen Zahlungsbefehl über 106 DM vom Gericht. Danach sollte ich in der Bahnhofsgaststätte im Bahnhof Rauxel dem Wirt für drei Wochen Mittagstisch den Betrag schuldig geblieben sein.
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Kinder haben auf der Straße nichts zu suchen!


Haben Kinder wirklich nichts auf der Straße zu suchen? Wenn es sich um eine gefährliche, verkehrsreiche Straße oder gar eine Autobahn handelt, ist das natürlich vollkommen richtig.

Aber was ist, wenn mit dem Satz eine 30er-Zone in einem reinen Wohngebiet gemeint ist? Haben auch dort Kinder nichts auf der Straße zu suchen?
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Der Taubenkasper


Als Siebenjähriger war ich oft bei meinen Großeltern väterlicherseits. Der Onkel Willi der bei seinen Eltern wohnte, hatte Tauben die der Opa versorgte. Ich mochte die Tauben und wollte auch welche haben. Ich bettelte und quengelte so lange beim Opa, bis er sich erweichen liess und mir eine der Tauben gab.
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Der Preisboxer von Castrop


Onkel Willi, der jüngere Bruders meines Vaters, hatte neben seinen Tauben noch ein anderes Hobby. Er war ein sportlicher Typ und Boxen war seine Leidenschaft.

Immer wenn in Castrop Kirmes war, gab es dort auch eine Boxbude. Jeder Kirmesbesucher konnte da gegen einen Boxer der Boxbude antreten.
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Mein Opa


Mein Opa war ein herzensguter und gelassener Mann, bei dem ich als Kind oft und gerne war. Meine Oma dagegen war sehr streng, ein richtiger Drachen, und mochte meinen Teil der Familie nicht besonders. mehr ...

Die alten Sturen


Manchmal, wenn ich meine Verlobte von der Arbeit in Castrop abholte, hatte ich vorher noch etwas Zeit und besuchte die Eckkneipe Appelhans (dort ist heute Tschibo) in der Castroper Altstadt. Dort traf ich dann auf die Kombination von münsterländischer Sturheit und westfälischem Dickschädel. Mehr ...

Der Wahnsinn um das Pflaster in der Castroper Altstadt


Die Stadt hat kein Geld für dringende Renovierungen und Instandhaltungs-
arbeiten. Doch das noch gut erhaltene Pflaster in der Altstadt Castrop soll gegen ein anderes ausgetauscht werden. Dann plötzlich heisst es, das Pflaster solle nicht angefasst werden um kurz danach verlauten zu lassen, es ginge ja nur um den Platz der ehemaligen Synagoge, der "entfrachtet" werden solle, Mängel sollen ja nur "grossflächig" behoben werden. Und obwohl die Pläne lange bekannt sein sollen, wären diese bis jetzt nur einem "kleinem Zirkel" bekannt. Den ganzen Wahnsinn lesen ...

Ein Alt-Castroper Unikum


Als junger Mann wollte ich mir irgendwann eine altersgerechte Frisur zulegen - die Einheitsfrisur, die mir mein alter Friseur seit meiner Kindheit verpasste, wollte ich nicht mehr. Da machte ich Bekanntschaft mit einem Alt-Castroper Unikum. Mehr ...

Der Bauch muss frei bleiben


1940, als 11 jähriger Pimpf, bekam ich meine Jungvolk Uniform mit Braunhemd, Halstuch, Knoten und Koppel. Ich war darauf stolz und trug die Uniform gerne.

Bei einem Geländespiel hatte ich mich am Arm verletzt und musste in ärztliche Behandlung. Doch als ich beim Arzt wieder rauskam, wusste ich nicht, was ich machen sollte. Weiter ...

Grüne Engel zum Zweiten


Vor ein paar Tagen habe ich über die Grünen Engel in Castrop geschrieben. Das hat auch hier im Blog zu einigen kontroversen Kommentaren geführt. Zufällig traf ich einen der "Grünen Engel" im Stadtgarten und kam mit ihm ins Gespräch. Weiter ...

November 1938 in Castrop


In meiner Kindheit wohnten wir auch in Obercastrop, in der Breckenstrasse. Wir hatten einen Nachbarn, der viel für uns Kinder gemacht hat und zu uns freundlich war.

Er schnitzte uns Möhren und Kohlrabi und machte mit, wenn wir auf der Strasse Fussball spielten. Er war Feuerwehrmann und nahm uns auch mal mit auf die Feuerwache, um uns dort alles zu zeigen.

Eines Tages war die Schule früher aus, weil irgend etwas in Castrop passiert sein sollte. Da wir neugierig waren, sind ein paar von uns zur Altstadt gelaufen.
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Mein erster Schultag


Ostern 1936 wurde ich in die Melanchthon-Schule (im Krieg hiess sie "Wilhelm-Gustloff Schule", heute heisst sie "Grundschule Grüner Weg") in Obercastrop eingeschult. Ein kleiner dicker sechsjähriger Junge, der immer essen konnte, musste jetzt zur Schule. Weiterlesen ...


"Grüne Engel" helfen Bürgern. Wirklich?


In der Castroper Altstadt gibt es seit einiger Zeit Grün-Uniformierte (die haben aber nichts mit der Polizei oder der Partei "Die Grünen" zu tun), die durch die Stadt laufen und den Passanten, älteren Bürgern, Müttern mit Kinderwagen etc. helfen sollen. Aber tun sie das wirklich und wer kümmert sich darum? Weiterlesen ...


Staubwolke Rauxel


Staubwolke Rauxel 1946


Mein Enkel spielt Fussball in Merklinde. Bereits seit den Minikickern. Jetzt ist er in der D-Jugend und neben seinem Vater bin ich sein größter Fan. Fast jedes Spiel, auch auswärts, sehe ich mir an. Bei einem dieser Auswärtsspiele waren wir auch mal beim VfR in Rauxel.

Als ich den Platz sah, kamen in mir viele Erinnerungen auf, denn ich habe früher selber im VfR-Rauxel, in der allerersten Jugendmannschaft des Vereins, gespielt.

1947 spielte ich in Castrop02 (dem heutigen "SG Castrop"), in der zweiten Jugend. Gerne hätte ich auch in der 1. Jugend gespielt, aber die "feinen Bubis aus der Stadtverwaltung", so lautete es damals, liessen das nicht zu. Vielleicht war ich auch nicht gut genug.

Viele meiner Kumpel von Victor 3/4 kamen aus Rauxel, so auch mein damaliger Hauer, der "alte Vogt". Eines Tages fragte er mich: "Hör mal Hannes, Du spielst doch auch Fussball. Wir wollen in Rauxel eine Jugendabteilung aufmachen. Komm doch zu uns, Du kannst dann auch in der 1. Jugend spielen"

Ich habe nicht lange überlegt und ging zum VfR. Als ich aber zum ersten Training kam, war ich baff. Der Platz war nicht aus Asche oder Rasen sondern aus Sand. Ich fühlte mich wie am Strand. Mit der Zeit hatte ich mich daran gewöhnt, denn im staubigen Sand braucht man viel mehr Kondition als auf Rasen. Und durch das harte Training hatten wir Spieler alle irgendwann sehr große Kondition und Kraft bis zum abwinken.

Dann kam der Tag, an dem die Mannschaft aus Castrop02 zum ersten mal bei uns spielte. Die erste Halbzeit konnten sie gerade noch mithalten. Aber in der zweiten Halbzeit waren sie durch den ungewohnten und kraftzehrenden Sand so platt, dass wir sie zum Ende hin mit 4:1 weggeputzt haben. Für uns Spieler aus Rauxel, und ganz besonders für mich, war das eine ziemliche Genugtuung.

Seit diesem Spiel wurden wir nur noch, halb spöttisch, halb ehrfurchtsvoll, "Staubwolke Rauxel" genannt.

Das Bild oben stammt aus dieser Zeit und zeigt die "Staubwolke Rauxel", die erste 1. Jugend des VfR-Rauxel. Ich bin der Dritte von links. Sollte es noch andere Spieler aus der Zeit geben, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme sehr freuen.

Willkommen zu meinen Castroper-Geschichte(n)

Lieber Besucher,
ich heisse Hans Frackowiak, bin 82 Jahre alt und lebe in Castrop-Rauxel. Hier in diesem Blog schreibe ich über verschiedene Themen, die mich bewegen und über vieles, was ich in Castrop heute und in den letzten 82 Jahren erlebt habe.